Dingle Way Tag 5 – von An Bothár nach Ballinknockane

Kategorien Hike, Irland0 Kommentare

28 km (23 km)

Heute kam die anspruchsvollste Strecke. Das Wetter sah gut aus und ich machte mich mit dem Schweizer Pärchen auf den Weg zum Sattel am Mount Brandon. Mount Brandon ist ca. 952 m hoch und somit die höchste Etappe auf dem Dingle Way.

Leider hielt das Wetter gerade mal 20 Minuten und wechselte binnen kürzester Zeit von strahlendem Sonnenschein zu sintflutartigem Regen. Wir hatten gerade mal ein Viertel des Berges hinter uns, da sahen wir schon die Regenwolke direkt auf zu steuern und beeilten uns, in die Regenklamotten zu kommen. Aber wir wollten den Weg weiter wagen.

Über Stock, Stein und Wiese führt der Weg querfeldein hoch zum Sattel des Mount Brandon. Wir machen immer wieder kurze Verschnaufpausen, da es gut bergauf geht. Die Sicht ist bei dem Regen sehr bescheiden. Manchmal kann man nur 50 m weit sehen.

Oben lichten sich die Wolken kurz und wir ergattern einen Blick auf die Bucht.

Endlich oben angekommen, hält die Freude nur kurz, da es sehr windig ist und wir weiter möchten. Der schwierige Teil steht uns noch bevor.

Der Abstieg ist weitaus felsiger, als beim Aufstieg und durch die aufgeweichte Wiese sehr rutschig. Man muss sehr aufpassen, denn rutscht man hier einmal aus, purzelt man den ganzen Weg zwischen Felsen runter und man möchte sich lieber nicht vorstellen, wie das enden kann.
Da die beiden Wanderstöcke dabei hatten, liehen sie mir einen, damit ich besser runter klettern konnte.

Endlich am Fuße des Berges angekommen geht es wieder gemütlich weiter und der Regen hat etwas nachgelassen. Dennoch geht die gesamte Etappe bis nach Brandon ordentlich in die Knie und auf die Gelenke.

In Brandon konnten wir einen Stop einlegen und uns aufwärmen, da wir schon ordentlich durchnässt waren. Mit Suppe, Bier stärkten wir uns und die  Zeit für ein Kartenspiel nahmen wir uns auch.

Die beiden hatten Glück und hatten in Cloghane noch eine Unterkunft bekommen. So verabschiedeten wir uns und ich lief weiter – wieder in strömendem Regen.

Ich kann nur empfehlen für Irland – speziell auch beim Wandern – bei der Regenbekleidung eine sehr hohe Wassersäule zu verwenden. Meine Kleidung hatte eine Wassersäule von 10.000 mm. Das war leider zu wenig. Ich war komplett durchnässt.

Ich hatte noch ca. 5 km zu laufen, als wieder ein Taxi anhielt. Diesmal waren es Bekannte, die wir im Hotel vorher getroffen hatten und Kate, unsere Taxifahrerin vom Flughafen. Da ich merkte, dass schon eine Erkältung im Anflug war, stieg ich auch diesmal ein. Auf der einen Seite ist man zwar froh auf der anderen Seite enttäuscht, weil man die Strecke gerne komplett geschafft hätte.

In Ballinknockane angekommen erwartete mich Paula. Auch hier hatte ich die Unterkunft wieder über Air BnB gebucht und ihr Zuhause war einfach herrlich. Man hat einen wunderschönen Ausblick auf die Bucht – auch hier waren trotz des Wetters wieder Surfer unterwegs – und in dem Bett lag es sich sehr bequem.

Paula hatte Tee und Kuchen vorbereitet und brachte mich zu der Unterkunft, wo unser Gepäck fälschlicherweise hingebracht wurde.

Nach einer heißen Dusche fuhr sie mich noch zum nächsten Pub, einen Ort weiter nach Stradbally, in das Tomasins. Ich bestellte mir leckere Nudeln mit Garnelen und trank einen Wein. Nach einer Stunde traf dann auch meine Freundin ein und Paula holte uns wieder ab. Und auch hier bin ich wieder sprachlos, von der Gastfreundlichkeit der Iren.

Tag 6 – von Ballinknockane nach Camp



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